Connected Car – Gewinnpotenziale für Fahrzeughersteller

21.08.2014  • Presse / Produkt & Innovation

München, 21.08.2014. Die Vernetzung des Fahrzeugs – Connected Car – ist einer der wichtigsten Trends in der Automobilbranche. Das Angebot an Hard- und Softwarelösungen sowie Dienstleistungen nimmt stark zu. Dabei wird die automobile Wertschöpfungskette von etablierten und neuen Teilnehmern bei der Erschließung wachsender Gewinnpotentiale durchgerüttelt. Die Experten der Unternehmens- beratung Iskander Business Partner haben in ihrem aktuellen Whitepaper das Thema aus Sicht der Fahrzeughersteller (OEMs) beleuchtet. Ihr Fazit: Durch konsequente Fokussierung auf die eigenen Kernkompetenzen und mit den richtigen strategischen Partnern können die Fahrzeughersteller nicht nur ihr traditionelles Geschäftsmodell unterstützen, sondern zusätzliche Umsatzquellen profitabel besetzen.

Eine ganze neue Welt an Möglichkeiten erschließt sich für Autofahrer durch die Verbindung ihres Fahrzeugs mit Mobilfunknetzen. Doch nur einen Teil davon beziehen sie von den OEMs als Erstausstattung. In vielen Fällen basiert die Verbindung auf der Integration ihres Smartphones. Auf dem mobilen Endgerät laufen personalisierte Anwendungen und durch Sprachein- und -ausgabe werden zunehmend auch adäquate Steuerungsmöglichkeiten direkt zur Verfügung gestellt. Andreas Bertsch, Berater bei Iskander Business Partner, rät: „Fahrzeughersteller müssen jetzt festlegen, mit welchen Angeboten und Geschäftsmodellen sie sich strategisch positionieren wollen.“

Vernetzung flexibel unterstützen

Gewinnpotenziale für Fahrzeughersteller sieht Andreas Bertsch primär im Angebot multi- optionaler Connectivity-Lösungen. Während selektive Ansätze immer individuellere Kundenanforderungen nicht zufriedenstellend bedienen, können intelligente, flexible Lösungen sogar zum Alleinstellungsmerkmal werden. „Neben upgradefähigen eingebauten Lösungen für die Mittel- und Oberklasse sollte die Unterstützung einer komfortablen Smartphone-Integration in allen Modellen aktiv vorangetrieben werden“, empfiehlt der Berater. „Dabei müssen Fahrzeughersteller ihre Hoheit über die physischen Ein- und Ausgabeschnittstellen entschieden verteidigen.“ Die Kooperation mit ausgewählten Partnern in Forschung und Entwicklung ist gefordert, um die Innovationsführerschaft zu behaupten.

Ausgewählte Services selbst anbieten

Zusätzliche Potenziale finden sich bei fahrzeugbezogenen Leistungen. Hier gilt es, eigene Angebote zu entwickeln, die nur schwer von Wettbewerbern auf integrierten mobilen Endgeräten oder zum nachträglichen Einbau dargestellt werden können. Beispiele finden sich insbesondere im Bereich der Fahrzeugsteuerung, etwa die Fernbedienung von Fahrzeugfunktionen, und Sicherheit wie dem Kollisionsschutz. Denn je stärker auf Fahrzeugdaten und über Fahrzeugsensoren erfasste Umgebungsinformationen zugegriffen wird und Aktoren des Fahrzeugs einbezogen werden, desto geschützter ist der Markt vor anderen Teilnehmern und desto besser sind die Differenzierungs- und Monetarisierungsmöglichkeiten.

Mit der Technik Schritt halten

Eine der größten Herausforderungen liegt laut Andreas Bertsch in der hohen Innovationsdynamik und den kurzen Produktzyklen der Mobilfunk- und Consumer Electronics-Branche. Gemeinsam mit ausgewählten Partnern müssen die Fahrzeughersteller eine agile Form der Zusammenarbeit etablieren und hierauf Antworten finden. „Warum sollte der Endkunde viel Geld für ein festeingebautes Navigationssystem mit ineffizientem Eingabeinstrument, niedrig auflösendem Display und veralteter Staumeldertechnologie ausgeben, wenn es mobile Lösungen gibt, die mehr bieten und dabei deutlich weniger kosten?“, macht Andreas Bertsch deutlich.