Mobile World Congress 2015: Telekommunikationsmarkt im Umbruch

12.03.2015  • Presse / Produkt & Innovation

München, 12.03.2015. Der Mobile World Congress in Barcelona, die wichtigste Messe rund um Mobilfunk, zeigte vergangene Woche deutlich, wie sehr sich die Telekommunikationsbranche im Wandel befindet. Die allumfassende Digitalisierung und Vernetzung wird die Marktstrukturen im Mobilfunkbereich grundlegend verändern. Herausforderungen ergeben sich vor allem durch den unbedingt notwendigen Ausbau der Netzinfrastruktur für 5G sowie durch neue Marktteilnehmer. Die Unternehmensberaterin Bettina Rotermund von Iskander Business Partner war vor Ort und ordnet die aktuellen Entwicklungen der Branche ein.

Die zahlreichen Unternehmensankündigungen rund um den Mobile World Congress zeigen deutlich, wie stark sich die Telekommunikationsbranche gerade verändert. Größen wie Google und Facebook bauen Konkurrenzprodukte zu den traditionellen Mobilfunknetzen auf. Zahlreiche kleinere Unternehmen mit innovativen Ideen finden ihre Nischen und konkurrieren auf bestehenden und tradierten Geschäftsfeldern mit den großen Telekommunikationsunternehmen. Weitere Konkurrenten finden sich im Bereich Value- Added-Services, wo unter anderem Hardware-Hersteller eigene Services bereitstellen, die man eher von Telekommunikationsanbietern erwarten würde, beispielsweise abhörsicheres Telefonieren.

„Um angesichts des gestiegenen Konkurrenzdrucks wettbewerbsfähig bleiben zu können, müssen sich die Telekommunikationsunternehmen neuen Geschäftsfeldern und Prozessen öffnen“, erklärt Bettina Rotermund. Das gelingt am besten mit innovativen Ansätzen, die zu einem ganzheitlichen Kundenangebot (Proposition) ausgebaut werden. Im Bereich der Value-Added-Services müssen die Unternehmen aufrüsten. Ebenfalls sollten Partnerschaften, beispielsweise in Form von Kooperationen oder Coopetitions, also die zeitlich oder thematisch begrenzte Zusammenarbeit von Wettbewerbern, in Betracht gezogen werden. Externe Unterstützung, beispielsweise durch eine Unternehmensberatung kann dabei helfen, Möglichkeiten und die richtigen Player zu identifizieren und fruchtbare Partnerschaften aufzubauen.

5G ist Voraussetzung für das Internet der Dinge

Konnektivität war das zentrale Thema auf dem Mobile World Congress. Sie ist die Voraussetzung für alle aktuellen Megatrends wie Connected Cars, Wearables, Smart Home und allen voran das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Dazu muss das 5G-Netz jedoch dringend ausgebaut werden, denn es ist die notwendige Datenautobahn für die Vernetzung von Maschinen, Systemen und Menschen. „Die Telekommunikationsunternehmen haben erkannt, dass dieser Ausbau teurer ist als gedacht. Ihnen bleibt daher nichts anderes übrig, als an der Preisschraube zu drehen“, stellt Bettina Rotermund fest. „Dabei sollte jedoch auch der Bundesregierung eine tragende Rolle zukommen. Schließlich ist der Netzausbau ein wichtiger Pfeiler für die Sicherung des Industriestandorts Deutschland.“ W eitere T echnologien zur Optimierung der aktuell bestehenden Infrastruktur gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Das sogenannte Bonding verbindet so zum Beispiel Wifi und DSL zu einem leistungsstärkeren Netz.

Beim Internet der Dinge stellt Bettina Rotermund eine Diskrepanz zwischen Ideen und realer Umsetzung fest: „Wir stehen hier noch am Anfang und es mangelt uns nicht an Visionen, sondern an Standards.“ Das beginnt rein technisch bei entsprechenden Schnittstellenprotokollen und endet bei konkreten gesetzlichen Regelungen für die Anwendung. So ist beispielsweise noch nicht zentral geklärt, ob die im Rahmen einer IoT-Anwendung übermittelten Daten dem Verbraucher gehören oder dem Unternehmen, das die Informationen erhebt.

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