Telco Techs – Diese 14 Unternehmen nehmen es mit den Telekommunikationsriesen auf

13.10.2016  • Produkt & Innovation

[vc_row extra_css_styles=“.caption p {font-size:10px;}“][vc_column][vc_column_text]In vielen Branchen warten die „alteingesessenen“ Player auf Start-ups und Projekte, die mit neuen Ideen und Technologien die Geschäftsfelder verändern. Die Finanzbranche schaut mittlerweile genauer hin, wenn jemand das Wort „Fintech“ in den Mund nimmt, während die Automobilbranche auch schon auf die große Disruption wartet. Aber welche Unternehmen und Startups nehmen es mit den etablierten Playern im Telekommunikationsmarkt auf? Mobilfunk und Internet sind mittlerweile auch schon 15 Jahre alt und die Fluktuation der Anbieter bleibt trotz Service-Wüsten und Preiskampf relativ gering.
Die folgende Liste von 14 Projekten und Startups gibt einen Einblick, wer es mit den Telcos aufnimmt und an welchen innovativen Ideen im Bereich Telekommunikation momentan gebastelt wird.

Disclaimer: Die folgende Listung von Unternehmen nimmt kein Ranking oder Wertung der Geschäftsmodelle vor und zielt in keiner Weise auf Vollständigkeit.[/vc_column_text][vc_column_text]

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Tsunami Blu | P2P-WiFi-Sharing

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USA, San Francisco | tsunamiblu.com

Beschreibung: Das amerikanische Startup bietet eine Wifi-Sharing-Technologie inklusive eines eingebetteten Abrechnungssystems an. Dieses ermöglicht Kunden, ihre nicht verwendete Bandbreite über ein separates WiFi mit Nachbarn und Freunden zu teilen und dies zudem abzurechnen, um ihre eigene Rechnung zu subventionierten. Das Hauptprodukt besteht aus einem Router/Modem inkl. der vorinstallierten Software und einer Mobile-App für die Abrechnung.

Abhängigkeit zu bestehenden Infrastrukturen: MITTEL. Das Unternehmen benötigt für einen Host einen originären DSL-Access-Point im Haus. Für die Nutzer des Systems kann die Technologie aber eine direkte Beziehung zu einem ISP überbrücken oder überflüssig machen.

Unternehmensphase: FRÜH. Das Unternehmen scheint sich seit Anfang 2016 der Öffentlichkeit mit einer facebook-Page und einem twitter-Account zu öffnen. Zurzeit werden die ersten Anbieter (Hosts) und Nutzer akquiriert. Das Startup befindet sich aber dennoch in einer sehr frühen Unternehmensphase.

Potenziale: Je nach Marge auf den Hardware-Verkauf hat das Unternehmen eine einmalige Einkommensquelle und die Möglichkeit Transaktionsfees von ihren Kunden zu verlangen, die aber ein durchschnittliches Einkommenspotenzial vermuten lassen. In Kooperation mit ISPs hat die Technologie aber einen unmittelbar größeren Wert, z.B. im Kontext der letzten Meile (Deutschland) und dem Versprechen „Internet ab Tag 1“.

bridgefy | Offline-Messaging-App

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USA, San Francisco | bridgefy.me

Beschreibung: Bridgefy entwickelt eine Technologie zur Übermittlung von Text-Nachrichten und Bildern ohne Internetverbindung. Die Übermittlung funktioniert zurzeit vorrangig auf kurze Entfernung, die Reichweite soll jedoch über eine größere Nutzerzahl ausgebaut werden. Die Technologie wird den Nutzern als mobile Applikation zur Verfügung gestellt, die Technologie kann aber auch von Entwicklern in andere Apps (via Software Development Kit [SDK]) integriert werden.

Abhängigkeit zu bestehenden Infrastrukturen: NIEDRIG. Auch wenn die Leistung des Netzwerks zurzeit auf kurze Distanzen beschränkt ist, ist die App weitestgehend von traditionellen MNOs unabhängig. D.h. Nutzer können hier Datenvolumen einsparen bzw. sogar ganz darauf verzichten Mit dem bereitgestellten SDK könnte dieser Trend auf weitere Apps (Whatsapp, facebook Messenger, …) ausgebreitet werden und so eine Netz-unabhängigkeit erschaffen werden.

Unternehmensphase: Mitte 2014 gegründet hat das Unternehmen bereits drei Finanzierungsrunden im Gesamtwert von 340.000$ eingesammelt. Die App ist zurzeit im Apple- und Google-App-Store erhältlich. Außerdem hat das Unternehmen im Jahr 2015 den Twitter Hatch Contest (Startup Wettbewerb) für sich entschieden.

Potenziale: Historisch (Whatsapp, facebook, Google Hangouts) betrachtet, haben Messenger ein geringes Einkommenspotenzial. Durch die Offline-Technologie versucht das Unternehmen aber vor allem die Anwendung in Notsituationen oder Gebieten mit schlechter Netzinfrastruktur in den Vordergrund zu stellen. Auch die Anwendung auf Großveranstaltungen ist denkbar. Die Monetarisierung dessen könnte daher auch durch B2B- oder Endkunden auf monatlicher Basis erfolgen.

 

Project Loon | Mobilfunk-Luftballons in der Stratosphäre

Project-Loon_Netz-Distribution-Luftballons-Stratosphäre

USA, San Francisco | google.com/loon

Beschreibung: Das Project Loon entspringt der Alphabet (Google)-Forschungsabteilung „X“ und transportiert Internet Access Points mithilfe von überdimensionalen Ballons in der Stratosphäre in unterschiedliche Gebiete weltweit. Vorrangiges Ziel ist die effiziente Anbindung von abgelegenen Gebieten an das Internet.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: NIEDRIG. Die Technologie greift auf bestehende Infrastrukturen zurück sobald der Datentransfer die Ballons verlassen hat. Dennoch ändert das Projekt die Macht-Dynamik im Markt essentiell, da nun ISPs für die Nutzung der Ballons zahlen müssten um ihre Reichweite zu erhöhen.

Unternehmensphase: Bereits 2013 liefen Tests mit den ersten funkenden Ballons. Seit Mitte 2015 ist bekannt, dass Sri Lanka das erste Land sein wird, das landesweit über das Project Loon bereitgestellten Internetzugang haben wird.

Potenziale: Da das Projekt unter der Schirmherrschaft von Alphabet entwickelt wurde, können die monetären Potenziale philantropisch bis hin zu intransparent sein. Allerdings ist es denkbar, dass die Mobilität und die Globalität der proprietären Technologien bei etablierten Telco-Unternehmen erhebliche Zahlungsbereitschaft wecken könnten. Auch ein Ersatz der bisherigen Masten-Technologie nach Erreichen der Serienreife ist denkbar.

 

ComfortWay | Internationales Roaming mit Virtual SIM

ComfortWay_Roaming-Virtual-SIMTschechische Republik, Prag | comfway.com

Beschreibung: Comfort Way ist einer der ersten Roaming-Anbieter, der die Virtual SIM- / eSim-Technologie verwendet, um seinen Nutzern weltweit günstiges Telefonieren und Surfen anzubieten. Das Unternehmen ist auf das Thema „Roaming“ spezialisiert und verspricht Kunden den Wechsel zu lokalen Mobilfunkanbietern im Ausland mit einem Mausklick.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: HOCH. Als Vermittler von lokalen Tarifen verfügt ComfortWay nicht über eigene Strukturen. Geschwindigkeit gegenüber etablierten Unternehmen entwickelt der Anbieter vor allem durch Verwendung der eSIM-Technologie (fest installierte SIM-Karte mit der Möglichkeit Anbieterprofile flexibel zu wechseln | Mehr Informationen zur eSIM >) und der Kundenbeziehung zu Reisenden.

Unternehmensphase: Die Gründung des tschechischen Unternehmens datiert bereits auf das Jahr 2012. Als Roaming-Anbieter ist das Unternehmen seitdem nicht mehr das einzige auf der Bildfläche. Der große Finanzierungswurf ist ComfortWay erst im Februar 2016 mit der Forcierung der Virtual SIM Technologie gelungen: In der zweiten Runde erhielt das Unternehmen 6 Mio. Euro von verschiedenen europäischen Telekommunikationsunternehmen.

Potenziale: Das Thema „Roaming“ hat innerhalb Europas für den Privatsektor mit der Regulierung bzw. dem Wegfall der Roaming-Gebühren einen kleinen Dämpfer erhalten. Dennoch kann das Modell mächtig werden, wenn man den globalen Use-Case mit der Virtual-SIM-Technologie in den Vordergrund rückt.

 

Sigfox | Die Netzinfrastruktur für das Internet of Things

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Frankreich, Labège | sigfox.de

Beschreibung: Das Hype-Startup aus Frankreich hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Funknetze der Zukunft bereitzustellen. Allerdings adressieren sie ihr Angebot nicht an Menschen, sondern Maschinen. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als das „weltweit größte IdD IoT-Netzwerk“. Technologisch setzt das Unternehmen auf Ultra-Narrow-Band (UNB), das IoT-Komponenten unabhängig von bestehenden Mobilfunknetzen verbindet und sie kleine Informationsmengen mit geringem Energieaufwand austauschen lässt.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: NIEDRIG. In vielen Regionen baut das Unternehmen zurzeit Netzinfrastrukturen auf und entlastet damit die bestehenden Mobilfunknetze von IoT-Traffic. Das bedeutet aber auch, dass sie in ein starkes Konkurrenzprodukt zu bestehenden Mobilfunknetzwerken bereitstellen, welche sonst die Domäne etablierter Telco-Player waren.

Unternehmensphase: Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und ist damit seiner Startup-Phase bereits entwachsen. Die Series D im Februar 2015 brachte 115 Mio. $ Kapital für einen weiteren Ausbau der Netzabdeckung. Mit Finnland wurde zuletzt das 19. Land vollständig an das Netz angebunden. Bis Ende des Jahres arbeitet das Unternehmen an der Anbindung von 100 amerikanischen Städten.

Potenziale: Das Potenzial und Schicksal des Anbieters ist untrennbar mit der Adaption des Internet of Things verknüpft. Werden IoT-Produkte in der nahen Zukunft von Konsumenten und Unternehmen im „Mainstream“ angenommen, hat Sigfox bei der aktuellen Expansionsrate eine Positionierung als Branchenprimus fast sicher. Lässt der Massenmarkt aber noch auf sich warten, wird der lange Atem von Gründern und Investoren nochmal auf die Probe gestellt.

 

FreedomPop | Voice- und Daten-Volumen zum Nulltarif

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USA, West Los Angeles | freedompop.com

Beschreibung: Während in vielen Mobilfunkmärkten der Preiskampf bereits regiert, geht der britische Mobilfunkanbieter FreedomPop den letzten Schritt: Telefonieren und Surfen kostenlos! Für 0 Pfund bekommen die User 500 SMS, 200 Minuten Voice und 500 MB Daten im Monat. Weitere Volumina kosten etwas, bleiben aber vergleichsweise günstig. Das neuste Produkt ist ein globaler Wifi-Hotspot für nur einmalig 49€.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: HOCH. Der Anbieter betreibt kein eigenes Mobilfunknetz und ist technologisch daher erstmal nur ein weiterer MVNO. Anders als andere virtuelle Anbieter kauft FreedomPop aber nur Datenvolumen in Einheiten von Netzanbieteren, um seine Services bereitzustellen (kein Voice-Volumen) und rechnet diese auch verbrauchsgenau statt in Rahmenverträgen ab.

Unternehmensphase: Mit insgesamt 109 Mio. $ in Finanzierungen seit der Gründung in 2011 ist das Unternehmen ein echtes Schwergewicht unter den Telco-Startups. Allein die letzte Finanzierungsrunde bescherte dem Unternehmen 50 Mio. $ neues Kapital. Bis Ende 2016 soll das Unternehmen mit seinem kostenlosen Wifi-Hotspot-Produkt auch in Deutschland verfügbar sein.

Potenziale: Augenscheinlich wirkt das Modell „Freemium“ im Mobilfunksektor nicht sonderlich aussichtsreich. Allerdings entwickelt das Unternehmen bereits in der aktuellen Phase in Kooperation mit Netzbetreibern neue Produkte, die in die bestehende Infrastruktur integrieren. Mit der vergangenen Finanzierungsrunde wurden aber auch Gerüchte über einen Exit an einen großen Mobilfunk-Player lauter.

 

Facebook Projekt Aquila | Solar-Drohne zur Internet-Distribution

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Beschreibung: Ende Juli 2016 hat facebook seine erste eigene Solar-Drohne auf einen Testflug über abgelegene Gebiete der Erde gestartet. Das unbemannte Flugzeug soll abgelegene Regionen mit mobilen Datenverbindungen versorgen. Der erste längere Testflug ist für drei Monate angesetzt.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: NIEDRIG. Facebook erschafft sich mit dem Projekt – ähnlich wie das Project Loon von Google – eine überlegene Ausgangsstellung gegenüber den bestehenden Netzanbietern in den Regionen, die die Drohne überfliegen kann.

Unternehmensphase: Der allererste kurze Testflug wurde im März 2016 durchgeführt. Die aktuell getestete Drohne soll innerhalb von 14 Monaten gebaut worden sein, was eine eine zeitnahe Massenfertigung momentan noch eher ausschließt. Mehr als die Vision, die „letzten 10% der Welt“ an das Internet anzuschließen, ist momentan aber noch nicht zu finden.

Potenziale: Wie auch das Project Loon von Google / Alphabet, hat die Idee eines mobilen Mobilfunkmast das Potenzial den Markt zu verändern. Zum einen werden potenzielle neue Kundensegmente erschlossen – was in einem Wechselmarkt nicht unattraktiv ist – und zum anderen bekommen Quereinsteiger wie facebook eine Position im Telekommunikationsmarkt, die bestehende Player zwingt, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

 

NFWare | Virtualisierung von Telekommunikations-Hardware

NFWare_Virtualisierung-Telco-Hardware

Deutschland, München | nfware.com

Beschreibung: Ein deutsches Unternehmen. NFWare beschäftigt sich spezialisiert mit der Virtualisierung und damit der Optimierung der Serverinfrastrukturen im Telekommunikationssektor. Das Startup ist Teil des Telefónica-Accelerators wyra und pflegt eine enge Beziehung zu diesem Unternehmen.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: HOCH. Das Unternehmen erstellt keine eigene Infrastruktur, sondern versucht vorrangig den bestehenden Datenfluss effizienter und für die anbietenden Unternehmen günstiger zu gestalten. Im Jahr 2014 firmierte das Unternehmen mit Registrierung in den USA und Sitz in München.

Unternehmensphase: Bereits im September 2015 hat NFWare ein sechsstellige Seed-Finanzierungsrunde von Maxfield Capital, Almaz Capital Partners und dem Telekommunikationskonzern Telefónica erhalten. Zurzeit wird das Produkt in den ersten Praxis-Szenarien getestet.

Potenziale: Durch die versprochene Kostenreduktion durch Virtualisierungstechnologie macht sich das Unternehmen schnell zu einem Akquisitions-Ziel für etablierte Unternehmen. Entsprechend nah sind zurzeit auch bereits die Beziehungen zum Telco-Riesen Telefónica. Ob das Unternehmen einen schnellen Exit oder ein Dasein als unabhängiger Hersteller bevorzugt bleibt mit Spannung abzuwarten.

 

Burner | App für die Verwaltung von Wegwerf-Telefonnummern

Burner_App-Verwaltung-Wegwerf-Telefonnummern

USA, Los Angeles | burnerapp.com

Beschreibung: Das amerikanische Unternehmen stellt Nutzern Wegwerf-Telefonnummern für Anrufe, SMS und andere Dienste via App zur Verfügung. Kunden können die Nummern zur Steigerung ihrer Anonymität, Abwehr von lästigen Werbeanrufen oder Umleitung von bestehenden Telefonnummern verwenden.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: MITTEL. Die verwendeten Dienste erfordern auch weiterhin bestehende Netze für Kommunikation via Data oder Voice. Durch die Generierung von „Meta-Telefonnummern“ ist der Nutzer aber unabhängiger von Wechsel-Zyklen und Portierungsvorgängen bei Anbietern.

Unternehmensphase: Burner App wurde 2012 mit einer Seed-Finanzierung ausgestattet. 2015 sammelte der Service für Wegwerf-Telefonnummern 2 Mio. $ im Rahmen einer Series-A-Finanzierung ein. Seitdem scheint sich Unternehmen auf die Weiterentwicklung ihrer App und Ausbau ihrer Nutzerbasis zu konzentrieren.

Potenziale: Eine Standardnummer für 30 Tage mit 50 Minuten Voice- und 150 SMS-Volumen kostet unter 5$. Wie profitabel das Modell ist, ist schwer abzusehen, allerdings trifft es einen Bedarf im englischsprachigen Raum (u.a. Datenschutz und Anonymität). Darüber hinaus entwickelt sich das Unternehmen stetig technisch weiter, so dass die Technologie mittlerweile auch genutzt werden kann, um SMS-Services und Benachrichtigungen auf kleiner Skala zu automatisieren. (Integration mit Slack und Evernote)

 

Google Project Fi | Der neue Meta-Anbieter für Mobilfunk

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USA, San Francisco | fi.google.com

Beschreibung: Das zweite Projekt aus dem Hause Google. Mit dem Project Fi versucht der Suchmaschinen-Riese einen Meta-Anbieter für Voice- und Data-Services aufzubauen. Die Idee: Der Kunde zahlt monatlich ab 20$ an Google und braucht sich nicht mehr darum zu kümmern, welcher Anbieter ihm endgültig an verschiedenen Orten Daten- oder Voice-Volumen über Wifi-Hotspots oder Mobilfunknetze bereitstellt.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: MITTEL. Das Projekt versucht nicht, bestehende Netze zu ersetzen, sondern macht die entsprechenden Anbieter schneller austauschbar bzw. enthält den Anbietern die Endkunden vor, da Google entscheidet von wem die Leistung eingekauft und bereitgestellt wird.

Unternehmensphase: Der Service kommt vom finanzstarken Unternehmen Google und wurde im April 2015 offiziell vorgestellt. Die Verfügbarkeit ist zurzeit noch stark eingeschränkt. Lediglich Nutzer in bestimmten Postleitzahl-Gebieten der USA mit einem Endgerät aus der Google Nexus-Smartphone-Reihe können den Dienst aktuell nutzen.

Potenziale: Das Potenzial des Dienstes ist insofern hoch, als dass derartige Anbieter die Beziehung zwischen Netzanbieter und Endkunden langfristig trennen kann. Eine interessante Ausbaustufe aus Sicht von Google ist die Verknüpfung mit mit dem Project Loon. Fraglich bleibt aber, ob sich genügend Netzanbietern finden, die ihre Dienste flächendeckend in dieser Wertschöpfungskette anbieten möchten.

Unplugged | Edgenet & Drohnen-Mobilfunkmasten

Unplugged_Edgenet-Drohnen-Mobilfunkmasten

USA, New Orleans | unplugged.im

Beschreibung: Basierend auf dem autonomen Edgenet stellt Unplugged 2 Produkte bereit: Das erste ist ein Messenger, der via Edgenet und vorbei an Telekommunikationsanbietern und Regierungen Nachrichten übermittelt. Das zweite Produkt „FlyFi“ ist ein Drohnen-Netzwerk, das mobil die Reichweite des Edgenets erweitern soll.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: NIEDRIG. Das Edgenet ist ein unabhängig entwickeltes Open-Source Kommunikationsnetz und verbreitet Daten neben den bestehenden Infrastrukturen. Auch wenn die Qualität und Reichweite momentan noch begrenzt ist, sind bestehende Access Points nicht notwendig.

Unternehmensphase: Zurzeit befindet sich die Website des Unternehmens in der Reservierungsphase. Angesichts der Größe des Projektes ist es verständlich, dass sich die Gründer tief in der Tüftler-Garage befinden. Allerdings hat das Unternehmen seine Kunden zuletzt im Sommer 2015 auf Ihrer Website (bzw. @medium-Blog) adressiert. Ob das Team das Mammut-Projekt stemmen kann, bleibt also noch sehr fraglich.

Potenziale: Insbesondere das Produkt „FlyFi“ (Reichweiten-Erhöhung mit Drohnen) hat disruptives Potenzial in der Branche und könnte unerschlossene Gebiete, so wie Unternehmen mit hohem Mobilitäts- und Datenbedarf ansprechen. Mit ihrem Messenger schwimmt das Unternehmen zurzeit auf einer attraktiven Welle aus Misstrauen gegenüber Regierungen und Datensicherheit. Das Projekt Edgenet fällt standalone eigentlich eher als Kostenfresser im Rampenlicht.

Unlockd Mobile-Werbenetzwerk mit Handyrechnung-Rabatt

Unlockd_Werbenetzwerk-Handyrechnung-Rabatt

Australien, Melbourne | unlockd.com

Beschreibung: Die Firma Unlockd ist hier stellvertretend für viele Werbevermarkter im Mobilfunksektor gelistet. Das Unternehmen bietet eine technologische Lösung an, die Werbung direkt auf Smartphones ausspielen kann. Im Gegenzug für die Störung erhalten die Smartphone-Nutzer einen Rabatt auf ihre monatliche Telefonrechnung.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: HOCH. Das Unternehmen baut vollständig auf die bestehenden Netz-Strukturen auf und ist für die Expansion seines Geschäftsmodells auch auf die Kooperation mit Smartphone-Herstellern und Mobilfunkern angewiesen.

Unternehmensphase: Insgesamt hat das Unternehmen bereits 16 Mio. $ in 2 Finanzierungsrunden seit 2014 eingesammelt. Die letzte Runde belief sich dabei auf 12 Mio. $ und wurde im April 2016 kommuniziert. Nach dem Start in Australien und den USA, soll mit dem neuen Kapital nach Großbritannien und Asien expandiert werden. Das Potenzial des Geschäftsmodells liegt in der schnellen Skalierung über Länder und Anbieter.

Potenziale: Auch wenn die Idee eines proprietären Ad-Networks für viele Advertiser charmant erscheinen mag, teilt man Einnahmen mit Mobilfunkunternehmen und Kunden. Dagegen muss sich das Unternehmen gegen die Historie behaupten, in der bereits viele werbefinanzierte Mobilfunk-Modelle die Segel streichen mussten.

 

Keku | Roaming-App mit patentierter Technologie

Keku_Roaming-App-Patent

USA, New York | keku.com

Beschreibung: Die App ist ein Service, der seinen Nutzern sehr günstiges Roaming in viele unterschiedliche Länder der Erde ermöglicht. Das Unternehmen schließt günstige Rahmenverträge mit lokalen Providern ab, die es per Flat-Rates an seine Nutzer weiterverkauft.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: HOCH. Das Unternehmen selbst besitzt keine eigene Infrastruktur, sondern lebt von Deals mit lokalen Telekommunikationsunternehmen. Wie viele andere App-Entwickler auch, kann keku zurzeit maximal die Position zwischen einem Provider und dem Kunden einnehmen – den Provider aber nicht ersetzen.

Unternehmensphase: Seit der Unternehmensgründung in 2012 ist es vergleichsweise ruhig um das Unternehmen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen 13 Mio. Nutzer. Im Google Play Store wird die App mit >100.000 gelistet.

Potenziale: Das Unternehmen versucht Wert durch eine patentierte Technologie zu generieren. Dass die App das „The Next Big Thing“ in der Telco-Branche ist, bleibt aber angesichts der zunehmenden Regulierung des Roaming-Marktes zugunsten des Endkunden in Europa und der Geschichte von „Auslandstelefonie-Hotlines“ eher zu bezweifeln.

 

Dataphin Technologies | P2P Datenvolumen-Sharing

Dataphin-Technologies _P2P-Datenvolumen-Sharing

Singapur, Singapur | –

Beschreibung: Dataphin Technologies arbeitet an einer Lösung, die es Mobilfunkkunden ermöglicht, ihr Datenvolumen mit anderen Nutzern zu teilen und damit Geld zu verdienen. Dahinter steht die These, dass viele Kunden mehr Datenvolumen bezahlen als sie eigentlich verbrauchen.

Abhängigkeit von bestehenden Infrastrukturen: HOCH. Das Unternehmen greift mit seiner Technologie auf die bestehenden Infrastrukturen im Bereich LTE und UMTS zurück. Allerdings könnte es den etablierten Telcos im Bereich Datentarife, inbesondere mit Roaming-Background Umsätze streitig machen.

Unternehmensphase: Das Startup befindet sich in einer sehr frühen Phase und konnte Anfang April eine Seed-Finanzierung über 50.000$ einsammeln. Viele weitere Informationen kommuniziert das Unternehmen zurzeit noch nicht.

Potenziale: Das Einkommenspotenzial des Unternehmens ist durch das P2P-Modell etwas limitierter (wahrscheinlich Transaktionsfees von den „vermietenden“ Mobilfunkkunden). Die Technologie könnte aber eine sinnvolle Erweiterung zu dem Wifi-Hotspot-Ansatz bieten an den Orten, die keine Festnetz-Hotspots zulassen und adressiert vor allem Klein-Unternehmer wie z.B. Taxi-Fahrer.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]